Kämpfe um „Stadt“ und politische Bewegungen

Im VSA-Verlag wurden Aufsätze von Manuell Castells aus den 1970ern mit dem Titel „Kampf in den Städten“ wieder aufgelegt. Das Vorwort hat Andrej Holm geschrieben. In einem Interview mit dem Magazin der Linkspartei „Hamburger Debatte“ geht er auf einige interessante Punkte bei den Analysen ein. Castells hat sich in seiner Arbeit auf die Sozialen Bewegungen in den Auseinandersetzung um und mit „Stadt“ konzentriert.

Castells scheint von einem marxisitschen Hintergrund aus eine ähnliche Richtung einzuschlagen, wie der Kommunalismus von Murray Bookchin. Letzterer hat die These vertreten, dass progressive politische Veränderung nicht mehr in der „Fabrik“ ansetzen sollte, sondern in den sozialen Zusammenhängen der Nachbarschaft. Das macht Lust darauf, die Thesen und Ergebnisse Castells zu lesen. Zusammen mit den Ansätzen Bookchins könnte sich so ein Feld neuer Ideen und Ansätze ergeben, vor allem für antikapitalistische Interventionen in bestehende Diskurse. Besonders die Abschlussworte des Interviews lassen dies vermuten: „Veränderungen werden nicht aus Parlamentsdebatten und politischen Manifesten hervorgehen, sondern aus den Alltagskämpfen in den Städten.“

Sicher ist, dass die Kämpfe um „Stadt“ viel Potential auch für weitergehende Veränderung haben. Dass sie konkret etwas bewirken zeigt bereits die Tatsache, dass innerhalb von „nur“ drei Jahren das Thema Mietentwicklung auch den Wahlkampf der Parteien bestimmt.